Urs Martin überzeugt sich im Bindersgarten von einer Innovation in der Pflege-Dokumentation
Mit einem fröhlichen «En Guete! Der Gesundheitsdirektor ist vorbeigekommen, um zu überprüfen, was Sie zum Z’mittag bekommen», betritt Regierungsrat Urs Martin den Speisesaal der Station 2 des Bindersgartens. Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint. Der Politiker macht jedes Jahr einen Besuch bei Alters- und Pflegeheimen, um sich mit den Betreibern und Mitarbeitenden auszutauschen. Eine Besichtigung der Räume gehört jeweils dazu. «Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Heime sind. Hier im eigentümer-geführten Betrieb spürt man eine Passion für die Betreuung von Menschen», sagt er.
Ein Computerprogramm ist die Attraktion
Im Mittelpunkt des Interesses der Delegation aus Politik und Pflegeverband Curaviva steht die gerade eingeführte Pflege-Software «Sprezza», die den Fachkräften den Arbeitsalltag erleichtert, indem sie automatisch verschriftlicht, was man ihr mündlich erzählt. Seit wenigen Wochen ist sie im Volleinsatz. Die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden sei gut, heisst es in der Diskussion. «Nach ein paar Tagen haben sich auch diejenigen umgewöhnt, die mit digitaler Technik sonst eher vorsichtig umgehen.» Sprezza erspart den Pflegenden die mühevolle Dokumentation von Behandlungsschritten und verschafft ihnen Zeit für die Betreuung der Menschen. Der Bindersgarten war Partner im Forschungsprojekt. «Ich bin dankbar, dass uns die Mitarbeitenden gezeigt haben, was ihnen die Arbeit erleichtern würde», sagt Mit-entwickler Jeremy Näscher. «Und dafür, dass wir unsere Software hier dem ersten Praxistest unterziehen konnten. Es hätte schief gehen können.» Doch das System läuft.
«En Guete» auch für die Prominenz
Den Test des Mittagessens hat Urs Martin dann doch vollzogen: Im Rebhüsli genoss er das gleiche Kalbsgeschnetzelte Thurgauer Art wie die Bewohner. «Extrawürste gibt es nicht für uns», lacht Verwaltungsrat Otto Egloff.